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15 Robert-Kochler entdecken Amerika

Egal wie viel man darüber gelesen und gelernt hat, die eigene Erfahrung vor Ort ist durch nichts zu ersetzen. 16 Tage lang eintauchen in die englische Sprache und die Kultur der USA, in einer amerikanischen Familie leben, eine amerikanische High School besuchen, Land und Leute erkunden, das war ein ganz besonderes Erlebnis für 15 Schüler vom Robert-Koch-Gymnasium. Begleitet von den Lehrkräften Claudia Leutschafft und Petra Keller verbrachten sie die letzten Sommerferientage und die ersten beiden Schulwochen in South Bend, Indiana im Mittleren Westen der USA, ca. zweieinhalb Autostunden östlich von Chicago.

Nach der langen Anreise wurden wir dort von den Gastfamilien freundlich empfangen und nach einer durch den Jetlag bedingten eher schlaflosen Nacht ging es mit den Austauschpartnern am nächsten Morgen gleich in die Schule:

John Adams High School, eine öffentliche Schule mit fast 2000 Schülern für die einen und Saint Joseph High School, eine kleinere private katholische Schule mit Kleiderordnung für die anderen. Größer konnte der Kontrast unserer beiden Gastschulen nicht sein. Natürlich durfte jeder auch einen Tag die jeweils andere Schule besuchen und erhielt so eine Ahnung von der Bandbreite an High Schools, die es in den USA gibt. Eines haben allerdings alle Schulen gemeinsam: Nachmittagsunterricht – und zwar jeden Tag! Und danach nicht selten noch irgendwelche „Clubs“ oder Sportwettkämpfe, die manchmal bis 19.00 Uhr oder länger dauerten. Ach ja, Hausaufgaben sind dann auch noch irgendwann zu erledigen. Im Vergleich zu diesem Tagesablauf fanden die Schüler, dass sie in Deutschland doch etwas mehr Freizeit haben.

Aber wir sind natürlich nicht nur in der Schule gewesen. Auch zur Erkundung des „American lifestyle“ war genügend Zeit, z. B. am Wochenende in den Familien, wo die Schüler shoppen durften, amerikanische Gottesdienste besuchten, zu einem American Football Game oder sogar in einen riesigen Erlebnispark eingeladen wurden. Und wer wollte, konnte auch immer die kulinarische Vielfalt des amerikanischen Fastfood kosten.

Dass die USA nicht nur Shopping und Fastfood zu bieten haben, stellten wir bei vielen Ausflügen fest. Nicht weit weg von South Bend befindet sich eine größere Kolonie von Amish People. Unser Führer erklärte uns ausführlich und geduldig die Lebensart der Amish, die heute noch ohne Strom, Telefon und andere Aspekte der modernen Welt leben. 

Ein anderer Ausflug führte uns in die Zeit, als es in den Südstaaten noch Sklaverei gab. Wir besuchten eine Station der sog. Underground Railroad, ein Haus, in dem Gegner der Sklaverei Schwarze auf ihrem Weg in die Freiheit versteckten, bis sie zu dem nächsten sicheren Haus transportiert werden konnten, was für die Helfer genauso gefährlich war wie für die Freiheitsuchenden. Dabei entdeckten wir etliche Parallelen zu unserer jüngeren Vergangenheit, als mutige Leute bei uns Juden versteckten.

Direkt in South Bend, nur einen Fußmarsch von der Saint Joseph High School entfernt, konnten wir auch einen Einblick in das Studentenleben in den USA bekommen. Wir besichtigten die Notre Dame University, eine der teuersten Universitäten mit circa 45.000 € Schulgeld pro Jahr. Obwohl die Universität erst 1842 gegründet wurde, für europäische Verhältnisse also noch nicht sehr alt ist, wirkt sie sehr viel älter. Vor allem die campuseigene Basilika wirkt wie eine gotische Kathedrale. Im German Department der Universität wurden wir herzlich empfangen und konnten bei Keksen und Getränken zur Abwechslung ein wenig auf Deutsch plaudern.

Der touristische Höhepunkt des Aufenthalts waren aber ohne Zweifel die zwei Tage in Chicago. So erkundeten wir die Stadt zu Fuß, aber auch mit Bootstouren vom Wasser aus sowie aus der Vogelperspektive, vom Sears / Willis Tower aus, dem ehemalig höchsten Gebäude der Welt. Dabei erlebten wir auch eine Stadtführung der besonderen Art: Wir wurden in einem alten Bus von „Gangstern“ aus den 1920er Jahren (unseren Stadtführern) durch das damalige Chicago geführt und erfuhren so einiges über Al Capone und seine Mitverbrecher. In Chicago prallen wirklich Gegensätze aufeinander, sowohl hinsichtlich des Architekturstils, als auch Armut und Reichtum, was die vielen Bettler auf der Mag Mile, der teuren Shoppingmeile, bezeugen. 

Nach 16 aufregenden und auch ermüdenden Tagen traten wir die Rückreise an, mit vollen Koffern und leeren Geldbeuteln und vielen Eindrücken, die wir sicher noch lange nicht vergessen werden.