ROKO. Mehr als Schule
50 Jahre ROKO - Festwoche Mo, 29.6. - Fr 3.7.2020

Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf, Konrad-Adenauer-Str. 6, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991 - 991397 - 0, email: Sekretariat@rokodeg.de

Roko war dabei – OPENION-Bundeskongress in Berlin


9 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrerinnen des Robert-Koch-Gymnasiums waren zusammen mit Cem Yasinoglu als Kooperationspartner zum OPENION-Bundeskongress „Bildung für eine gerechte Demokratie“ vom 26. – 27. 09.2019 in Berlin eingeladen. Im „Kosmos“, so der Name des Veranstaltungsorts, war zu DDR Zeiten ein großer Kinopalast untergebracht – die ca. 400 Teilnehmer blickten 2019 in drei Arbeitsphasen und 18 Workshops in den „Kosmos der Demokratie“ und dabei ging es um handfeste Themen: „Wir retten den Planeten auch für die Arschlöcher, damit muss man klarkommen!“, das war eine recht plakative Aussage zum Kongress. Und so ist es nun einmal: verschiedene gesellschaftliche Gruppen haben entgegengesetzte Grundansichten zu Welt und Politik. Doch nur wenn wir einander zuhören und bis zu einem gewissen Punkt aufeinander zugehen, können wir Lösungen finden und wenigstens auf einen sich ähnelnden, wenn schon keinen gemeinsamen, Nenner kommen. Denn alle leben auf demselben Planeten! Veranstaltungen wie dem OPENION Kongress könnte man auch „Konverenztourismus!“ unterstellen, doch kamen während der beiden Kongresstage Jugendliche mit PolitikerInnen, JournalistInnen und ExpertInnen über grunddemokratische Themen wirklich ins Gespräch. Diskutiert wurde zum Beispiel über die Rechtsradikalisierung des ländlichen Raums, Migration aus der Sicht von Jugendlichen, Queere Vielfalt als Demokratiebestandteil und Meinungsbildung in Zeiten der Digitalisierung. Man hatte das Gefühl, das wirklich etwas gemacht wird. Zu diesem Gefühl trugen auch die etlichen Berichte der Jugendlichen aus ganz Deutschland bei, die von ihrem freiwilligen Engagement und Projekten erzählten. Dabei faszinierte auch die unglaubliche Vielfalt der Projektthemen, alles war vertreten, von sozialer, über feministischer und kinderrechtlicher, bis hin zu ökologischer Natur. zwischen Youtube oder Tagesschau, um Migration und Prävention, es wurde informiert und diskutiert und dazwischen hatte man bei Getränken und reichhaltigem Buffet genug Zeit um sich zwanglos auszutauschen. Die neun Schülerinnen und Schüler waren bereits einen Tag vor Kongressstart angereist um mit ihren Betreuern von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung das Veranstaltungsformat und den Tagungscharakter kennenzulernen. Das Konzept ging voll auf: die Schülerdelegationen der einzelnen Bundesländer kamen schnell in´s Gespräch und tauschten sich zu den Unterschieden und Möglichkeiten der Partizipation an ihren jeweiligen Schulen intensiv aus. Ein Highlight für die Roko SchülerInnen war die von Stadtrat Cem Yasinoglu überraschend organisierte Führung durch den Bundestag, die der Bundestagsabgeordnete, Thomas Erndl, ermöglicht hatte. Die SchülerInnen konnten an einer Sitzung teilnehmen und sogar ein Foto mit Claudia Roth, der Vizepräsidentin des Bundestags aufnehmen. Eine gemeinsame Stadtführung machte das Angebot komplett. OStRin Sonja Würf und StDin Angela Fürstenau hatten in Kooperation mit dem „Netzwerk für kulturelle Vielfalt“ 2000.- Euro Fördergeld für die Gestaltung des fair future Projekts 2019 nach Deggendorf geholt. Das fair future Projektjahr 2019 hat wieder einmal die vielfältigen Möglichkeiten von demokratiefördernden Aktionen lebendig vor Augen geführt und war dafür ausdrücklich von der OPENION Projektleitung belobigt worden. In den fair future Projekten haben Kinder und Jugendliche, Lehrkräfte und Engagierte in Vereinen gezeigt, wie erfolgreiche Kooperation in der Demokratiebildung aussehen kann. Ein Baustein „Deggendorf fährt Taxi“ ist bei der Eröffnungsveranstaltung der Woche der Begegnung 2019 in Deggendorf zu sehen. Ein Stück über Vorurteile und Alltagsrassismus, witzig und überraschend gespielt von Schülerinnen und Schülern des Robert-Koch-Gymnasiums und dem Stadtrat, Vereinsvorsitzenden und „Teilzeit-Taxifahrer“, Cem Yasinoglu. In seinem Impulsvortrag in Berlin „Demokratie im Wandel – was ist zu tun?“ betonte Michel Abdollahi, dass man sich der Herausforderung der fortschreitender Digitalisierung, und dem weltweit erstarkten (Rechts)Populismus durch „Hinschauen“ und aktive Beteiligung stellen kann. Dr. Heike Kahl, die Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unterstreicht diesen Ansatz: „Demokratie hört genauso wenig an der Wahlurne auf wie Bildung am Schultor. Eine demokratische Gesellschaft basiert auf einer im Alltag gelebten Demokratie, die von Akzeptanz, Empathie und Fairness geprägt ist.“ Am Freitag ging der Kongress mit einem weiteren Höhepunkt viel zu schnell zu Ende: Patrick Stephan, ein Mitorganisator der „Fridays for Future“ Bewegung, appellierte an die Teilnehmer, nicht müde zu werden sich am demokratischen Prozess zu beteiligen, denn „no one is too small to make a difference“.
Mitglieder der USmC mit Caroline Mulert (Organisation OPENION Kongress - Berlin) und Cem Yasinoglu, Kooperationspartner beim Netzwerk für kulturelle Vielfalt e.V.
Die USmC mit der Bundestagsvizepräsidentin, Claudia Roth, und Cem Yasinoglu im Bundestag.
Verfasser: Lukas Kern, Q11, OStRin Angela Fürstenau, OStRin Sonja Würf,