Herzlich willkommen am RoKo
Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf, Konrad-Adenauer-Str. 6, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991 - 991397 - 0, email: Sekretariat@rokodeg.de

Laufen als ein Akt der Nächstenliebe

Spendenlauf am Robert-Koch-Gymnasium erbringt Höchstleistungen für den guten Zweck

Es gibt viele Dinge auf dieser Welt, die uns als Menschen antreiben, die uns anspornen zu körperlicher und geistiger Anstrengung und uns dazu motivieren, Außerordentliches zu vollbringen – sei es die Aussicht auf Karriere und Wohlstand oder auch nur der simple Drang nach Selbstbestätigung. Wen überfiele da wohl kein wonniges Lächeln, könnte er (oder sie) doch "sein Haus, sein Auto, seine Yacht" beim nächsten Klassentreffen den Mitkämpfern von einst unter die Nase reiben. Und dennoch müsste er (oder sie) neidisch bleiben bei dem Anblick all jener, die es geschafft haben, eine Familie zu gründen, einen Freundeskreis zu pflegen und Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein, die ihnen zwar nicht weniger Einsatz und Anstrengung abverlangt als dem verdientesten Yachteigentümer – dafür aber auch eine Menge zurückgibt. In eben jenem Geiste hatten sich am Freitagvormittag die Schülerinnen und Schüler des Robert-Koch-Gymnasiums im Deggendorfer Donau-Wald-Stadion eingefunden, um ihr Bestes zu geben, ja buchstäblich zu Höchstform aufzulaufen. Angeregt und unterstützt von ihren jungen Referendarinnen und Referendaren, waren sie angetreten um dem für das so genannte TICA-Projekt in Bolivien organisierten Spendenlauf zum Erfolg zu verhelfen. Sie hatten in den Tagen zuvor bei ihren Eltern und Verwandten, Bekannten und Gönnern ausgiebig antechambriert, um einen fixen Betrag für jede gelaufene Runde herauszuschlagen, so dass die zu erlaufende Summe mit jeder zusätzlichen Stadionrunde anwachsen würde.

Doch was hat Bolivien, was haben die Menschen dort mit den „Kochlern“ zu tun? Das südamerikanische Land gehört zu den ärmsten der Welt. 80% der Bevölkerung leben unter der von der UN vorgegebenen Armutsgrenze. Die Armut ist drückend und Hilfe überall notwendig. Das Kinderprojekt TICA wirkt der Verelendung der Kinder in der Hauptstadt Sucre entgegen. Der Name des Projekts steht für TInkuy-CAdena: Tinkuy ist ein Wort der indianischen Quechua-Sprache und bedeutet "Haus der Geborgenheit", Cadena ist Spanisch und heißt "Kette". TICA ist also die "Kette der Häuser der Geborgenheit". In diesen Häusern finden Kinder die Liebe und Zuwendung, die ihnen ihre Familie aufgrund des täglichen Überlebenskampfes nicht mehr geben kann. Alle Kinder Sucres, die auf der Straße leben oder kurz davor stehen, ihre Familie zu verlassen, werden in diesen Häusern einen Ort der Zuflucht finden – eine Zuflucht, die alle unsere Deggendorfer Schülerinnen und Schüler genießen, und welche sie auch ihren Altersgenossen zuteilwerden lassen wollen.

TICA betreibt insgesamt sechs Tagesstätten, wo in zwei Schichten von jeweils zwei Erziehern in jedem Haus zusammen etwa 800 Kinder betreut werden. Jedes dieser Häuser verfügt über eine eigene Küche mit Köchin und jeweils einen Nachtwächter. Die bedürftigen Kinder können diese Leistungen unentgeltlich in Anspruch nehmen und, soweit möglich, weiterhin bei ihren Eltern oder bei Verwandten wohnen. Das Projekt konzentriert sich auf vier einfache Maßnahmen: Sicherstellung des Schulbesuchs, der Ernährung, einer umfassenden Betreuung sowie einer medizinischen Grundversorgung. Die Ärztin von TICA führt auch die Sexualaufklärung der Kinder durch, damit frühe Schwangerschaften der Mädchen verhindert werden.

Und weil es hier um das Wohl wirklich junger Kinder geht, machten natürlich auch die Unterstufenschüler schon mit Begeisterung ihren Spendenlauf zum Erfolg, und mit Philipp Schwarzkopf (Klasse 6c), welcher insgesamt 38 Runden in nur 60 Minuten absolvierte, stellten sie sogar den Spitzenreiter der gesamten Veranstaltung. Aus der Mittelstufe schaffte Anna-Lena Machl (Klasse 8a) ganze 36 Runden. Aber nicht nur ihre Sponsoren, sondern auch diejenigen aller anderen Läuferinnen und Läufer werden in den kommenden Tagen ihr Wort einlösen und somit zum Gelingen des Events beitragen. Die Schulfamilie des „RoKo“ wird es ihnen ebenso danken wie die Kinder von Sucre.

Vortrag über Bolivien in der Aula
Jeder Punkt steht für eine gelaufene Runde!
Verfasser: Ernst Schütz,