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Alles eine Frage des Stallgeruchs?

Weihnachtskonzert wartet mit menschlicher Botschaft auf – für uns alle

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man bekanntlich vor allem eines sein: ein Schaf. Das fällt im Allgemeinen leicht. Weitaus erstrebenswerter erscheint deshalb vielen die Schäferrolle. Doch auch sie kann nur gedeihen, wenn der Hirt den Geruch seiner Herde annimmt anstatt über ihr zu kreisen, da er sie sonst nicht verstehen, geschweige denn lieben lernen könnte. Das fällt dann oftmals schwer – und dies obwohl doch im Grunde seines Herzens ein jeder Schafskopf weiß, dass Weihnachten keinen Sinn ergäbe, hätte sich nicht Gott selbst mitten unter uns ein Plätzchen im Stall gesucht, umringt von Ochs und Esel, um uns, seine Schäfchen, ins ersehnte Trockene zu bringen.

Wen wundert’s also, dass es ausgerechnet „Schafe“ waren (Lana Hussein, Katharina Wieland, Sarah Wieland und Miray Zankl aus der Theaterklasse 6a), die in ihrem weißen Pelz ganz ungeschoren durch das weihnachtliche Abendprogramm führten, um den Anwesenden die frohe Botschaft von der Geburt des Herrn zu verkünden! Das Konzert startete, inhaltlich passend, mit der Beethoven‘schen Sinfonie Pastorale und einem Concertino Pastorale von Petr Erben, dargeboten vom Orchester und ausgewählten Solisten. Mit „Puer Natus“, einem gregorianischen Choral, stimmte sodann der Männerchor in die Nacht der Nächte ein – in makellosem Latein, versteht sich. Wohl seine helle Freude hätte das Jesuskindlein aber auch und insbesondere an den Darbietungen der Unterstufenschüler gehabt: Mit ihrer einzigartig frohlockenden Schneid präsentierten die Kinder der Streicherklasse, des Unterstufenchors und der Junior Band, was Weihnachten sein kann, nämlich fröhlich, erhaben, ausgelassen und himmlisch – und all das zugleich!

Von tragender Anmut war das sich anschließende Violin-Solo von Benedikt Brunner (Q 11), der mit Johann Sebastian Bachs Sonate G-Dur der Gottesmutter ihren musikalischen Weg durch den Dornwald vorbereitete, welcher unmittelbar darauf vom Frauenchor aus den Höhen des zweiten Stockwerks ertönte und ein ganz neues Klangerlebnis bereitstellte. Die beiden Solistinnen Eva Huml (Q 12, Klarinette) und Lucia Hösl (Q 12, Klavier) schlossen an mit ihrem Tango final (Astor Piazolla), der die Zuhörer begeisterte und mit seinen abwechselnd leisen und lauten Tönen hin zu einer inneren Krippe führte, die erkennbar nicht nur Kinderaugen zum Leuchten brachte. Deutlich frivoler war da schon der große Chor, der nicht zuletzt mit seinem humorvoll-schmissigen Stück „Der Gummibaum“ (Oliver Gies) das scheinheilige Verhalten heimischer Alibi-Christen zur Weihnachtszeit thematisierte. Der Herdentrieb hat eben auch seine Tücken …

Es folgten der von Jahr zu Jahr wachsende und stets gut gelaunte Lehrerchor mit zwei Titeln zum Schmunzeln und zum Grübeln, die Big Band mit Klassikern wie „O Come All Ye Faithful“ und „I Heard it Through the Grapevine“ sowie, zum Grande Finale, der gemeinsame Auftritt aller Beteiligten, der nicht nur alle Seitengänge, sondern auch das ganze Obergeschoß der Aula füllte. Wer dies auch nur einmal erlebt hat, wird immer wieder kommen wollen, um in der „staaden Zeit“ (nach der es, laut Karl Valentin, dann wieder ruhiger wird) tatsächlich Weihnachten zu spüren – und das will eine Menge heißen! Schulleiter OStD Heinz-Peter Meidinger dankte deshalb nicht nur den Schülerinnen und Schülern von ganzem Herzen für ihren beeindruckenden abendlichen Einsatz, sondern auch den verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrern Margit Kink, Isabella Wiedemann, Oliver Kellermeier sowie Mariusz Szyper, ohne deren außerordentliches Engagement Weihnachten am RoKo nicht das selbe wäre. Die Herde weiß es zu würdigen, in stiller Erwartung ihres Hirten.

 
 
 
 
Verfasser: Ernst Schütz, 20.12.2018